Das Support-Ende für Windows Server 2008 im Januar stellt auch CEO und Vorstände vor neue Aufgaben.

09.12.2019, 14:00Uhr
• Groupware

IT war früher ein komplexes System aus Desktop-PCs, Servern, Druckern, Backup-Systemen und Netzwerken sowie Anwendungen und Daten. Heute ist die Cloud als Betriebsort dazugekommen, sie ergänzt oder ersetzt sogar in vielen Unternehmen die IT-Infrastruktur. Warum? Weil sich IT heute nicht mehr nur an den Kosten messen lassen muss, sondern auch am Wertbeitrag für das Kerngeschäft. Es zählen Time-to-Market und Beitrag zum Wettbewerbsvorteil, Sicherheit und Deckungsbeitrag.

Gleichzeitig sinkt die Bedeutung von firmeneigenen Infrastrukturen und Rechenzentren. Hardware wird austauschbar, und es ist immer weniger wichtig, welche Server im Rechenzentrum laufen. Die Geräte verschiedener Hersteller ähneln sich in Leistungsfähigkeit und Funktionsangebot. Bei Endkunden kann es für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes schon einen Unterschied machen, von welchem Hersteller die Hardware kommt. Im Rechenzentrum spielt das aber für den Wettbewerbsvorteil von Unternehmen kaum eine Rolle.

„IT“ ist heute kaum noch ein Synonym für technische Infrastruktur, sondern die Bezeichnung für eine strategische Unternehmensaufgabe, die Prozesse effizienter gestaltet und Innovationen ermöglicht. Die Umsetzung dieser Aufgabe verlagert sich damit vom technischen Administrator in die Führungsebene der Unternehmen: zum CEO oder Geschäftsführer, zum CDO (Chief Digital Officer) oder CIO (Chief Information Officer), und selbst Finanzchefs (CFO) und Rechtsvorstände müssen sich damit befassen.

Was hat das mit dem Support-Ende für Windows Server 2008 zu tun?
Noch nie hatte Technologie einen so großen Einfluss auf Unternehmen, keine echte und nachhaltige Innovation ist ohne sie denkbar. Neue Firmen, Geschäftsmodelle oder Produkte sind heute vor allem erfolgreich, weil sie auf neue Techniken wie Datenanalysen, das Internet der Dinge oder künstliche Intelligenz setzen.

Technologie ist auch erfolgskritisch für die Effizienz: Einsparungen und Optimierungen lassen sich fast nur noch über technische Lösungen erzielen, weil vernetzte Produktionsanlagen zum Beispiel durch vorausschauende Wartung bis zu 30 Prozent weniger Kosten verursachen. Weil Robotic Process Automation (RPA) die Mitarbeiter von monotoner Arbeit entlastet und ihnen Zeit für anspruchsvolle Aufgaben gibt.

Die Digitalisierung verändert dabei auch die inneren Strukturen von Unternehmen. Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit wird zum Erfolgsfaktor und das Aufbrechen von Datensilos ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern eine Aufgabe für das Change-Management, die geschickte Steuerung von notwendigen Veränderungen. Technische Entscheider müssen mit allen Fachbereichen zusammenarbeiten: mit Marketing und Vertrieb sowie auch mit Service, Recht und HR. Weil die Technologie heute alle Entscheidungen und Aktivitäten sowie die Produktivität der ganzen Firma beeinflusst.

Diese Entwicklung kann auch dazu führen, dass der Umstieg auf die nächste Server-Generation den ganzen Vorstand betrifft. Denn bei der Suche nach einem Nachfolger für Windows Server 2008 geht es beispielsweise auch um Compliance oder das Vermeiden von Bußgeldern. Da sind plötzlich auch ganz andere Vorstandsmitglieder gefragt.

Warum sollten Sie überhaupt umsteigen?
Darauf gibt es eine einfache technische Antwort: Am 14. Januar 2020 endet der erweiterte Support für die älteren Versionen Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2. Von diesem Datum an gibt es keine kostenlosen Updates und Security-Patches von Microsoft mehr, weil das System sozusagen in Rente geht. Nutzen Sie die älteren Server-Versionen weiter, schwächen Sie Ihr System, denn es wird angreifbarer für Cyberattacken. Zusätzlich gehen die Unternehmen das Risiko ein, gegen Compliance-Vorschriften zu verstoßen, zu denen ein funktionierendes Patch- und Änderungsmanagement gehört. Außerdem kann in veralteten Server-Umgebungen die Einhaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) nur schwer garantiert werden.

Es gibt aber auch eine strategische Antwort auf diese Frage: Wenn Sie die alten Server weiter nutzen, kann das nicht nur teuer werden. Sie verlieren auch technologisch den Anschluss, denn neue Funktionen gibt es nicht mehr für die alte Server-Software. Der rasante Fortschritt bei KI, im Internet der Dinge oder bei der Automatisierung von Prozessen würde an Ihrem Unternehmen vorbeigehen.

Quelle: www.microsoft.com